Und wenn sie tanzt

Schon länger trage ich den Gedanken mit mir herum, mal zu diesem Lied von Max Giesinger einen Blogbeitrag zu schreiben. Und dann kam vor ein paar Wochen Alexandra auf mich zu und fragt, ob ich einen Gastbeitrag für Naturtanz schreiben wollte. Und als ich dann so überlegte, worüber ich schreiben könnte, kam ich doch recht schnell auf die perfekte Kombination zwischen Alexandras und meinem Thema.

Zuerst einmal:

Ich liebe Musik und könnte mir ein Leben ohne Musik nicht vorstellen <3 

Ich singe regelmäßig – zu Hause, im Auto und auch im Chor, aber ohne Leistungsanspruch, sondern aus Spaß an der Freude, wie man so schön sagt.

Und ich tanze – mittlerweile eher unregelmäßig, soll heißen, ich mache zurzeit keine Tanzkurse mehr. Ich habe von klein auf bis zum Alter von ca. 25 Jahren regelmäßig getanzt. Erst Ballett, ja auch mit Tutu und Spitzenschuhen, später dann Jazzdance und Paartanz (Standard und Latein). Mit dem Eintritt ins Berufsleben kam dann das Ende des regelmäßigen Tanzens und der Beginn des spontanen und eher intuitiven Tanzens. Und so passiert es heutzutage immer wieder, dass ich durch Tanzeinlagen mitten im Alltag (meist im heimischen Wohnzimmer ohne Publikum 😉) versuche, mich ein wenig frei zu tanzen. Frei zu tanzen vom Alltagsstress, von den Sorgen und der Anspannung. Und besonders gerne tue ich das, wenn ich dieses Lied von Max Giesinger höre. Beim Tanzen lauthals mitzusingen, gehört natürlich mit dazu!

Wenn sie tanzt, ist sie wer anders 

Aber jetzt kommt der etwas ernstere Teil dieses Artikels. Denn so wahr wie der Text dieses Liedes ist – denn so leben tatsächlich viele Mütter ihr Leben – so sehr erschreckt mich dieser Text auch immer wieder. Deshalb habe ich mal ein paar Zeilen aus dem Lied herausgegriffen und meine Gedanken und Impulse dazugeschrieben:

„Weil die Kids für sie an erster Stelle stehen“ 

Klar sind mir meine Kinder wichtig und sie stehen definitiv an erster Stelle im Vergleich zu Arbeit, Haushalt und anderen Verpflichtungen. Aber was ist mit meinen Bedürfnissen? Wenn ich immer nur für die Kinder da bin, wer ist denn dann für mich da? Und wie kann ich denn für meine Kinder da sein, wenn ich nicht auch nach mir schaue? Muss ich nicht vielleicht sogar zuerst nach mir schauen, damit ich dann für sie sorgen kann? Zu der Frage ob Bedürfnisoriertierung nicht auch für Mütter gelten sollte, habe ich hier schon mal etwas geschrieben.

„Sie fragt sich wie es gelaufen wär‘ – Ohne Kinder – Selber laufen lernen“ 

Das habe ich mich tatsächlich auch schon mal gefragt: Was bzw. wer wäre ich ohne meine Kinder? Wäre ich dann in Bezug auf Persönlichkeitsentwicklung so weit, wie ich heute bin? Für mich beantworte ich diese Frage definitiv mit Nein. Ohne meine Kinder, die mich immer wieder hinterfragen, würde ich heute nicht so bewusst leben, wie ich es tue. Und das „laufen lernen“ – ich übersetze es mit, mich selbst entdecken, reif werden und meine Persönlichkeit entwickeln – hätte definitiv länger gedauert!

„Aber ihr Tag lässt keine Pausen zu“ 

Da frage ich direkt mal kritisch nach: Wie lange soll das gut gehen??? Jeder Mensch braucht Pausen. Auch wir Mamas brauchen Pausen. Und deswegen habe ich auch eine 2-teilige Artikelserie zum Thema Pausen machen verfasst. Ich schreibe darüber, wie du kleine Pausen im Alltag bewusst wahrnehmen kannst und wie du dir gezielt Pausen schaffen kannst.

„Sie würde gerne mal auf ’n Date gehen“

Ja, Zeit für Zweisamkeit ist weniger geworden, aber gleichzeitig dadurch auch kostbarer. Mal eben abends nach der Arbeit gemütlich ins Kino gehen, das geht jetzt nicht mehr. Dafür braucht es jetzt einiges an Vorbereitung. Aber hin und wieder ist es das tatsächlich wert. Und wenn es nichts wird mit einem Date außerhalb deiner Wohnung klappt, dann datet euch doch zu Hause auf dem Sofa mit eurem Lieblingsfilm. Und dann bleiben die Wäsche, das Geschirr und das Spielzeug mal liegen und ihr habt einfach wieder nur Augen für euch – so wie früher. Probiert es mal aus!!

„Aber ob sie sich das traut, selbst wenn die Zeit es mal erlaubt“

Diese Zeit solltest du dir nehmen, wenn du merkst, dass es für dich ein Herzensanliegen ist. Denn wenn dein Herz wieder genährt ist, dann kannst du auch wieder mehr für deine Kinder geben. Also aktivere dein Umfeld und schaffe dir Freiräume für dich persönlich, für deine Partnerschaft, für dein zurückgestelltes Hobby und für alles, das dir wahre Freude bereitet und was deine Akkus wieder auflädt!

„Sie setzt die Kopfhörer auf – Macht die Musik ganz laut“

Beim Refrain lasse ich mich dann aber wieder hingebungsvoll von der Musik treiben und singe einfach laut mit:
Und wenn sie tanzt, ist sie wo anders
Für den Moment, dort wo sie will
Und wenn sie tanzt, ist sie wer anders
Lässt alles los, nur für das Gefühl
Dann geht sie barfuß in New York
Schwimmt alleine durch Alaska
Springt vor Bali über Board
Und taucht durch das blaue Wasser
Und wenn sie tanzt ist sie woanders
Lässt alles los nur für das Gefühl

Dabei spielt es für mich gar keine Rolle, ob ich wirklich nach New York, Alaska oder Bali möchte. Für mich ist das vermittelte Gefühl das Entscheidende: Freiheit, Leichtigkeit und Selbstbestimmung. Und sei es nur für diesen Moment, wenn dieses Lied läuft, und ich mich für 3:44 wegbeamen kann. Probier‘ es aus – für dich alleine oder mit deinen Kindern!

Liebe Grüße von Julia

http://familywithlove.de